Digitalisierung im Handwerk

Die Digitalisierung macht auch vor dem Handwerk nicht halt. So hieß es vor 10 Jahren. Inzwischen ist das SHK-Handwerk einer der Vorreiter der Digitalisierung im Handwerk.

Mit dem Smartphone schnell den Fehlercode googlen?
Normal.

Schnell ein Bild von der defekten Anlage machen und zum Chef schicken?
Alltag.

Fernwartung für die Therme?
Gar kein Problem mehr.

Die fortschreitende Digitalisierung verändert Kundenverhalten, Arbeitsprozesse und Märkte.

SHK 4.0 – Herausforderungen der Digitalisierung für das SHK-Handwerk

Daten sind der Treibstoff der digitalen Wirtschaft. Ihre Nutzung hat erheblichen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft. Die dynamische Entwicklung der Digitalisierung erlaubt einfachere und schnellere Kommunikation, verändert und flexibilisiert die Arbeit und verschafft einen breiten und autonomen Zugang zu Informationen. Gleichzeitig sorgt die Fortentwicklung der Speicher- und Prozessortechnik dafür, dass immer größere Datenmengen verarbeitet und genutzt werden können. Aus der Verknüpfung von Daten können neue Dienstleistungen entstehen. Mobiles Internet, Cloud-Computing und Social Media verändern Geschäftsprozesse und werden für neuartige Angebote genutzt. Neue Anbieter mit ausgeprägter Digitalisierungsstrategie verändern den Markt und das Wettbewerbsumfeld.

Geschäftsprozesse effizienter gestalten

Digitalisierung macht Informationen schnell und ortsunabhängig verfügbar. Die damit einhergehende Transparenz und Vergleichbarkeit muss bei der zukünftigen Gestaltung der Geschäftsprozesse berücksichtigt werden. SHK-Betriebe müssen in die Lage versetzt werden, bestehende Geschäftsprozesse durch Digitalisierung effizienter zu gestalten (Bestellungen, Angebotserstellung, Abrechnung, Kalkulationsmodelle, Produkt- und Lieferantenvergleiche, etc.).

Verbesserte Kundenansprache

Digitalisierung ermöglicht eine einfachere und verbesserte Kundenansprache. Dies erleichtert neuen Anbietern mit ausgeprägter Digitalisierungsstrategie den Markteintritt. Um im Wettbewerb bestehen zu können bzw. überhaupt wahrgenommen zu werden (Online-Sichtbarkeit bzw. Suchmaschinenranking), müssen alle Marktteilnehmer die Vorteile der digitalen Kundenansprache diskriminierungsfrei nutzen können. Wettbewerbsparameter der rein digitalen Anbieter sind zu analysieren (Kundenerlebnis, Reaktionszeiten auf der einen, persönlicher Kontakt, langjährige Kundenbeziehung, etc. auf der anderen Seite) und die Ergebnisse in die Geschäftsmodelle der traditionellen Anbieter zu integrieren.

Digitalisierte Wertschöpfungsketten verändern Vertriebswege

Wertschöpfungsketten werden zunehmend durchdigitalisiert. Diese Transformation und Vernetzung aller Vertriebsstufen einschließlich der Endabnehmer führt zu massiven Veränderungen bisheriger Wertschöpfungsstrukturen bis hin zur Auflösung des klassischen Vertriebswegs.

Daten für Vertriebsaktivitäten nutzen

Das SHK-Handwerk muss den Mehrwert zunehmender Datenverfügbarkeit nutzen (BIG DATA). Die Verwendung von Daten wirkt sich zunehmend entscheidend auf die Wertschöpfung aus. Es gilt, die datengestützte Kundenkenntnis zu erhöhen und bewerten, welche Daten auf das operative Geschäft einzahlen und wie diese genutzt werden können (Online-Marketing, Angebotskonfiguratoren, Augmented Reality, Vergleichsportale, neue Geschäftsmodelle und Dienstleistungen, maschinengenerierte Daten). Dafür ist der diskriminierungsfreie Zugang zu markt- und geschäftsprozessrelevanten Daten notwendig/sicherzustellen (z.B. Zugang zu Geräte- und Nutzerdaten).

Smarte Technologien

Physische und digitale Welt wachsen zusammen. Intelligente Netze und Gebäude werden Verbrauchern eine bessere Steuerung des Energieverbrauchs ermöglichen und sind zur Erreichung der klimapolitischen Ziele unverzichtbar. Gebäudetechnik kann vor diesem Hintergrund nicht mehr losgelöst vom vernetzten Gesamtsystem (Intelligentes Gebäude) betrachtet werden. Hierzu bedarf es uneingeschränkt interoperabler, intelligenter Gebäude-, System- und Anlagenlösungen. Verbesserte Portabilität von Daten kann wettbewerbsgetriebene Innovation stärken. Zielgenaue Schnittstellendefinitionen, Festlegung von Datenpunkten, stärkere Berücksichtigung von Stromanschlüssen und Nachrüstmöglichkeiten sind erforderlich.

Autonome Gebäudetechnik

Die Autonomisierung der Gebäudetechnik, das bedeutet die Fähigkeit der Maschinen, sich selbst zu organisieren, zu optimieren und Fehler zu beheben, ist nur eine Frage der Zeit. Dies führt zu einem teilweisen Wegfall des Wartungsgeschäfts

Veränderte Arbeitswelt

Auch die Arbeitswelt ist vom digitalen Wandel massiv betroffen. Zum einen müssen neue Kompetenzen aufgebaut und vermittelt werden. Insbesondere sind hier Anwendungs-Know how sowie Kenntnisse zu Datenschutz und Sicherheit zu nennen. Zum anderen werden neue Arbeitsformen das Arbeiten flexibler und effizienter gestalten (BIM, Beratungs- und Planungs-Apps, Assistiertes Arbeiten (Datenbrillen, Sensorik, Augmented Reality, 3D-Druck, etc.).

Der ZVSHK unterstützt die Betriebe bei dieser Aufgabe durch die Bereitstellung von kostenfreien und kostenpflichtigen Lösungen, die speziell für unsere Handwerke erarbeitet wurden. 

Dazu zählen u.a.

  • Serviceportal
  • Open Datapool
  • ZVSHK Web-Baukasten
  • Forschungsprojekt Handwerksgeselle 4.0
  • etc.

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